Laminatboden: Direktdruck als strategisches Kernprodukt
Direktdruck – Mitbewerber ziehen nach
Etwas stolz ist man bei Egger schon auf die neue Anlage in Brilon. Schließlich darf man sich gemeinsam mit Meister zu den
Baumärkte im Fokus
Auch wenn einige Journalisten auf der Pressekonferenz am 27. September in Brilon zweifelten, ob die Produktionskosten beim Direktdruck auf Grund der hohen Investitionen in die Drucktechnik wirklich unter denen des im herkömmlichen DPL-Verfahren hergestellten Verfahrens liegen, sieht man sich bei Egger auf dem richtigen Weg. Der bei Egger als "Directprint" (DPR) bezeichnete Boden ist klar in den Massensortimenten der Endverbraucher-Preisklasse ±10 €/qm positioniert. Die Kollektionen sind stark auf den einstufigen Vertrieb ausgerichtet (Sortiment "Spirit"), wenn man auch mit der "DPR-Laminatbodenkollektion" den Großhandel beliefert. Mit der Dicke von 7 mm, der Nutzungsklasse 31 und neun Holzdekoren (Merbau, 2xEiche, 2x Nuss, Kirsche und 3x Buche) bewegt man sich ebenfalls im Mengenabsatz der unteren Mittelklasse.
Als Verkaufsargumente steht die Umweltfreundlichkeit im Vordergrund. Die Ökobilanz soll in Kürze veröffentlicht werden. Aber auch mit der gegenüber dem DPL-Laminatboden verbesserten Haptik und dem geringeren Trittschall sollen Endkunden überzeugt werden.
Ziel: 20% Marktanteil
Laminatbodenpreise kommen unter Druck
Bei Egger verweist man auf die sich seit 2005 abflachende Verkaufskurve von Laminatboden in Westeuropa. So wächst der westeuropäische Laminatbodenmarkt nur noch langsam, die Jahre mit rasanten Zuwachskurven sind vorbei (Westeuropa 2006: +4% auf 285 Mio. qm, Osteuropa +9% auf 88 Mio. qm). Der Export nach Asien ist schon lange keine Alternative mehr, die europäische Produktion von 468 Mio. qm (2006) unterzubringen. Auch im USA-Export sind nicht erst seit der Immobilienkrise die Zeiten der hohen Zuwächse vorbei (2006: -20% auf 68 Mio. qm).
Vorteil Integration von Sägewerk bis zum Laminatboden
Um die Produktionskosten zu senken setzt Egger auch auf das neue Sägewerk. Der Einschnitt von 800.000 fm Rundholz kann man künftig den Bedarf an Sägespänen zu 50% abdecken. Die Versorgungssicherheit des MDF-Werks ist ein Punkt – immerhin benötigt das Laminatbodenwerk mit 184.000 cbm/Jahr 70% der Briloner MDF-Produktion. Ein anderer is es, das Sägewerk gemäß den MDF-Anforderungen fahren zu können. Schließlich kann man eines bei Egger nach 6 Mio. qm im Direktdruckverfahren bereits sagen: die HDF-Qualität ist entscheidender als je zuvor.