Forsttechnik: Gigantomanie bei Skiddern

  • August 02, 2006
  • • Source: IHB Michael Fehrle
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Interforst Forstschlepper Skidder Forstspezialschlepper AdlerVielleicht hätte doch der ein oder andere Förster mehr die Interforst Mitte Juli besuchen sollen, um sich ein Bild davon zu machen, mit welchen Forstmaschinen künftig im Wald gearbeitet wird. Besonders bei den Forstspezialschleppern haben die Hersteller noch einmal ordentlich einen drauf gepackt. Auch wenn Andreas Adler am HSM-Stand darauf verweist, dass man nur baue, was der Markt verlangt – ein direkter Größenvergleich zwischen dem HSM Top-Model 904 ZL und dem ob seiner kompakten Abmessungen bekannten HSM 704 hätte manchen Besucher vielleicht ordentlich erschreckt.

"Der kleine 704 macht nicht einmal 5% unserer Gesamtproduktion aus", rechtfertigt Adler die Weiterentwicklung der großen Baureihen. Ein Vergleich aktueller Datenblätter mit KWF-Übersichten von 2002 belegt die neue Skidder-Gigantomanie: Hatte der 904er vor vier Jahren noch eine Höhe von 2,35m ist es heute ein Meter mehr (3,26m bis 3,36m, je nach Bereifung).
Etwas zurückhaltender gibt man sich bei Welte mit dem neuen Vierrad-Spitzenmodell W230. Motor und Getriebe sind schräg eingebaut. Der badische Fahrzeughersteller gewinnt so in der Bauhöhe 20 cm (3,18m), das Fahrzeug wirkt nicht so wuchtig wie der HSM. Die Bodenfreiheit des Welte steigt auf 620 mm (HSM: 636 mm, Noe NF 160 642 mm).
Nicht nur bei der reinen Fahrzeuggröße als auch bei der Motorleistung geht es sowohl bei HSM wie auch bei Welte deutlich über die 200 PS Marke. Der wassergekühlte 6-Zylinder Deutz leistet im W230 225 PS. HSM setzt bei der stärksten 904-Version auf einen 6-Zylinder Iveco mit 240 PS. Beide Unternehmen setzen auf das neue ZF-Lastschalt-Wandlergetriebe WG190 mit Überbrückungskupplung für maximale Zugkraft ein.
Wie sehr der Trend zum Groß-Skidder geht, erkennt man auch daran, dass Welte den W150 aus dem Programm genommen hat. Bis vor fünf Jahren war der 160 PS-Skidder noch das Spitzenmodell unter den Vierrad-Modellen.

Ritter Welte HSM NoeAuch der bei Noe gebaute Ritter R185-Skidder reicht nicht an die Größe des HSM 904 heran. Wie im "kleinen" HSM 904 kommt im Ritter/Noe-Skidder der 6-Zylinder Iveco mit 184 PS, 5,9l Hubraum und einem maximalen Drehmoment von 680 Nm bei 1200 U/min zum Einsatz. Allerdings soll der Ritter-Forstspezialschlepper nicht nur mit dem Preis von 212.000 € inklusive Kran punkten. Der Hydrostat beschleunigt das Fahrzeug bis auf 38 km/h. Die 2x10 to Ritter Doppeltrommelwinde S66-DS erlaubt mit dem dreistufigen hydraulischen Antrieb gleichzeitig Winden- und Fahrbetrieb. Der Ritter Rückekran RK 4.62 (alternativ Loglift 101) hat 6,2m Reichweite, 113 kNm Bruttohubmoment (Loglift 101: 125 kNm) und 36 kNm Schwenkmoment (Loglift 101: 34,2 kNm).
Die als Sonderausstattung lieferbare Klemmbank hat eine klappbare Seilrollenwippe. Das Sichtfeld vergrößert sich.
Die Unterschiede zum Basismodell NF 160 von Noe Fahrzeugbau liegen in der Steuerung, Kran, Polter- und Heckschild. Der elektro-hydraulische Kran lässt sich genauer steuern als das mechanisch-hydraulische Pendant des NF 160. In der Kabine hat der Ritter-Skidder einen Drehsitz mit mitdrehenden Pedalen.