Forsttechnik: Die anderen Universalmaschinen

  • July 07, 2004
  • • Source: IHB Fehrle
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Größer als von vielen Maschinenherstellern erwartet ist die Investitionsbereitschaft der Forstunternehmer. Auf der KWF-Tagung vom Mitte Juni im hessischen Groß-Umstadt berichteten die meisten Hersteller von vollen Auftragsbüchern. Das Erstaunliche dabei: Keiner kann genau sagen, warum mehr Maschinen geordert werden. Eines ist jedenfalls klar: Die gesamtwirtschaftliche Stimmung in Deutschland kann es nicht sein.

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Gute Auftragslage
Großer Universal-Harvester statt kleine Durchforstungsmaschinen: Timberjack, Valmet, Rottne, HSM
Totgesagte leben länger: Steyr, Valtra, Kotschenreuther, HSM

Gute Auftragslage


Zufriedene Gesichter gibt es nicht nur bei Alexander Welte (li.) und Werner Nühnen

"Erstaunlicherweise wird investiert", berichtet Franz Hochleitner, der seinen Ausstellungs-Seilkran Valentini V1000 bereits an das Schweizer Forstunternehmen Candidas verkauft hat. "Wir sind bis März ausgelastet", berichtet Rudolf Kotschenreuther vom gleichnamigen Forstschlepper-Hersteller; Werner Nühnen, geschäftsführender Gesellschafter von Welte erwartet 2004 ein Umsatzplus von 20%; HSM Geschäftsführer Prinz Felix zu Hohenlohe hat bereits vor der Messe das erste Exemplar des neuen Harvesters 405H verkauft; Ralf Dreeke von Ponsse meldet die ersten beiden verkauften Harvester-Forwarder-Kombinationen vom Typ Dual in Deutschland und selbst bei TBM will man nach Insolvenz und Übernahme durch Preuss in diesem Jahr noch 10 Harvester und Forwarder bauen. Woher kommt es, dass sich die Kaufzurückhaltung des Vorjahrs aufgelöst hat? Sind es allein die Impulse aus den neuen Bundesländern, wie Marktführer Jörg Nuhn meint? Oder liegt es daran, dass sich die Forstunternehmer gerade in wirtschaftlich unsichereren Zeiten positionieren wollen?
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Großer Universal-Harvester statt kleine Durchforstungsmaschinen

Mit stärkerem Kran für alle Eventualitäten gerüstet: das 1470 Vorserien-Modell

Dafür spricht, dass der Trend zur Universalmaschine geht. Mit "universal" ist dabei allerdings meist die Leistungsfähigkeit des Harvesters und Forwarders gemeint. Kaum ein Unternehmer zeigt mehr Interesse an reinen Durchforstungsmaschinen. Lieber fährt man mit der großen Maschinen in den Jungbestand, statt den Starkholz-Auftrag durch die Lappen gehen zu lassen. So berichtet Jörg Nuhn, dass immer mehr seiner Kunden zum Timberjack 1470 statt 1270 sowie zum Forwarder 1110 statt 810 greifen. "Die Investitionen laufen in große Maschinen, um für alles gerüstet zu sein", meint auch Valmet Deutschland Geschäftsführer Bernd Rauser. In seinem Vertriebsgebiet konnte er seit der Einführung des Starkholzharvesters 941 fünf Maschinen verkaufen.



Abzuwarten bleibt, wie sich der neue Modelle wie der Valmet-Harvester 911.3 oder der Rottne H-14 neben ihren großen Brüdern wie dem Valmet 941 oder dem Rottne H-20 in diesen Trend einfügen. Valmet liegt mit Hub- und Schwenkmoment (185,6 kNm, 46,5 kNm) etwas über dem Timberjack 1270 D, bei Drehmoment punktet dagegen der Marktführer (1100 Nm bei 14000 U/min zu 1000 Nm bei ebenfalls 1400 U/min). Typisch schwedisch zeigt sich der Rottne H-14 mit 202 kNm Hubmoment des Krans. Das Schwenkmoment von 36 kNm wird Forstunternehmer außerhalb des Flachlandes eher zu den Mitbewerbern greifen lassen. Ob Hang, Nadel- ober Laubholz, Feucht- oder Trockenböden – für alle Eventualitäten sollte der neue HSM 405H gerüstet sein. Der Loglift L220 bringt 188 kNm Hubmoment, über den offenen Hydrostat-Kreis kann Leistung vom Fahrantrieb auf den Kran umgeleitet werden. HSM reicht deshalb auch ein 172 kW-Motor von Iveco.
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Totgesagte leben länger: Steyr, Valtra, Kotschenreuther. HSM

Auf die Universalität einen Schleppers – gleich ob umgebauter Landwirtschaftsschlepper oder Forstspezialschlepper – wollen viele Unternehmer nach wie vor nicht verzichten. Rudolf Kotschenreuther konnte konkrete Beispiele nennen, wo Forstunternehmer Forwarder gegen einen Forstschlepper mit Rückewagen eingetauscht haben, um flexibel auf verschiedene Aufträge reagieren zu können. Dies bestätigt auch Wolfgang Scherrer , bei Steyr zuständig für die Forstumbauten. Schlepper ab 150 PS würden verstärkt von Lohnunternehmern mit Mobilhackern nachgefragt.


Ebenso wie Valtra bieten die Österreicher ein Schnellwechselsystem für den Kran an, um Zapfwelle und Dreipunkt zu erhalten. Valtra konnte in den vergangenen neun Monaten allein drei Exemplare der S-Serie (246 PS und 280 PS) an Lohnhacker verkaufen.



Aber auch klassische Skidder sind weiterhin gefragt, obwohl selbst Hersteller bei dieser Gattung schon lange das Totenglöcklein hörten. So kündigte Meinrad Adler an, dass man in Wolfegg neue Montageplätze einrichten werde, um die Nachfrage besonders nach dem HSM 904 mit starkem Z-Kran zu bedienen. Ins Bild passt auch, dass Haas mit einer kompletten Neukonstruktion auf den Markt kommt, der in die Fußstapfen des Timberjack 240 treten soll.


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