APOS Entaster: Für 17.800 € wird der Skidder zum Prozessor
26/04/2007 - 16:37
Nach dem heißen April steht eines fest: der Borkenkäfer kommt. Mit dem APOS Entaster können Forstunternehmer ohne eigenen Harvester ihre Aufarbeitungskapazität rasch und ohne hohe Investitionen hochrüsten. Das in Deutschland von Sebastian Gratz, Eisenbach-Oberbränd/Süd-Schwarzwald, und Gerrit Greiß vertriebene Gerät ermöglicht die Aufarbeitung von Nadelholz bis in die äußerste Spitze – bei von Borkenkäfern befallenen Fichte ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Funktionsweise des APOS ist relativ simpel: Der Fahrer des Rückeschleppers mit Kran legt den Stamm in das Gerät und zieht nach vorne. Die Messer schließen sich, sobald der Stamm in den APOS gelegt wird über den Stickstoff-Druckspeicher. Der über eine Stachelwalze geführte Stamm treibt eine Ölpumpe an, welche den Stamm-Niederhalter und die Entastungsmesser geschlossen hält und den Stickstoff-Druckspeicher für den nächsten Stamm wieder auflädt. Für den Fall, dass sich etwas verklemmt, öffnen sich Niederhalter und Messer dank des Vorratsbehälters.
Die Entastungsmaschine eignet für Stämme ab 20 cm aufwärts. Dünnere Bäume bringen nicht genügend Gewicht auf die Stachelwalze, es baut sich nicht genügend Druck auf. Den maximalen Durchmesser im Astbereich gibt der Hersteller mit 50 cm an. Vorteil des APOS im Borkenkäfereinsatz: da die Fichten als Ganzbäume gerückt und erst auf der Forststraße oder einem Sammelplatz aufgearbeitet werden, fällt das Reisig konzentriert an einem Ort an. Der Forstschlepper sollte mindestens 80-90 PS haben und mit einem leistungsstarken Rückekran (5-6 mt) ausgestattet sein. Auf Vorführungen überrascht Gratz Experten immer wieder mit der guten Entastungsqualität des Geräts. Mit Investitionskosten von 17.800 € hat der Forstunternehmer eine Maschine, die er auch nur temporär einsetzen kann. Viele Forstunternehmer – wie auch Sebastian Gratz mit seinem eigenen Rückeunternehmen – haben den APOS aber auch im Dauereinsatz.
Der APOS ist keine Erfindung der jüngsten Vergangenheit. Bereits in den 70er und 80er Jahren waren die 1450 kg schweren Geräte in der damaligen Tschechoslowakei und der DDR weit verbreitet. Gegenüber den damaligen Geräten hat Sebastian Gratz aber für einige Modifizierungen gesorgt. So schließen sich die Entastungsmesser nicht mehr über einen störanfälligen Funk sondern automatisch über eine Wippe, die mit der Stachelwalze verbunden ist.
Über die heute in Deutschland eingesetzten Geräte kann man nur spekulieren. In den vergangenen 7 Jahren hat Sebastian Gratz über 50 Stück verkauft, wobei einige Exemplare aber auch ins nahe Frankreich, die Schweiz und nach Österreich gingen.
Weitere Informationen:
Forsttechnisches Unternehmen
Sebastian Gratz
Oberbränder Str. 4
D-79871 Eisenbach-Oberbränd
Tel: +49/173/327 49 05
Fax: +49/7657/93 37 91
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